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Fortbildungspflicht verabschiedet

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist einverstanden, und auch die Spitzenverbände der Krankenkassen haben nichts dagegen. Nach zweijährigen Verhandlungen wird sie nun Realität, die Fortbildungspflicht für Physiotherapeuten, Masseure, Logopäden und Ergotherapeuten. Ab dem 1. Januar 2007 ist das Regelwerk Bestandteil der Rahmenempfehlungen. Doch verbindlich ist die Pflicht zur regelmäßigen Weiterbildung damit noch nicht. Erst bei Übernahme in Rahmenverträge mit den Krankenkassen werden die Vorgaben zwingend. Wann das sein wird, ist offen. Allerdings müssen die Vertragspartner eine Fortbildungsregelung vereinbaren, das Sozialgesetzbuch (SGB) V gibt die Verpflichtung vor.

 

Vier Jahre lang müssen 60 Punkte gesammelt werden. Dann beginnt das Spiel von neuem. Ein Punkt entspricht 45 Minuten Unterricht. Etwa zwei Fortbildungstage müssen kassenzugelassene Praxisbesitzer und fachliche Leiter jedes Jahr absolvieren. Am 31. Oktober kann mit dem Sammeln begonnen werden. Punktwürdig sind Fortbildungen, die sich inhaltlich mit dem jeweiligen Heilmittelbereich befassen. Nicht anerkannt werden Kurse zu Methoden, die nach den Heilmittelrichtlinien von der Verordnung explizit ausgeschlossen sind. Auch praxisinterne Veranstaltungen, Seminare zu Steuer- Rechts- und Abrechnungsfragen, zum Marketing oder zur Existenzgründung können nicht mit Punkten belegt werden. Nicht geregelt ist, ob Präventionskurse den Anforderungen genügen.  

 

Die Verantwortung für die Punktvergabe liegt allein bei den Fortbildungsanbietern. Sie garantieren, dass ihre Veranstaltungen den Regelungen entsprechen. Auf den Teilnahmebescheinigungen dokumentieren sie Unterrichtseinheiten und Fortbildungspunkte. Werden bei einer Kassenüberprüfung Fortbildungen nicht anerkannt, kann der betroffene Therapeut den Veranstalter in Regress nehmen. Rechtsauseinandersetzungen jedoch sind lästig und wenig erfreulich. Der Besuch von Kursen, die offensichtlich nicht den Vorgaben entsprechen, ist für Punktesammler deshalb nicht empfehlenswert. Wer sich nicht, nicht ausreichend oder mit nicht anerkannten Kursen weiterbildet muss mit Sanktionen rechnen. 7,5 Prozent seiner Abrechnungsbeträge können dem Verweigerer abgezogen werden.

 

Angestellte und freie Mitarbeiter unterliegen keiner punktgenauen Fortbildungspflicht. Eine allgemeine Aufforderung zur regelmäßigen Fortbildung war auch bisher schon in den Rahmenempfehlungen fixiert. Die jetzt verabschiedeten Empfehlungen sehen vor, dass nur solche Veranstaltungen anerkannt werden, die der Fortbildungsregelung entsprechen.

 

Ausführliche Informationen sind im Fragen-Antworten-Katalog zu finden.